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Gesundheit und Natur
Geschrieben von Gabriele Butzke   
Samstag, 22. Oktober 2011

"Sophie gegen den Wind"

Es ist gerade mal fünf Wochen her seit die Einwohner der Ortslage Neu-Sophienhof des Ortes Sophienhof in der Gemeinde Fargau-Pratjau per Aushang erfahren haben, dass ihr Wohnbereich laut dem neuen Regionalplan sichelförmig von mehr als 150 Meter hohen Windkraftanlagen eingeschlossen werden soll, die in nur 400 Metern Abstand zu den vorhandenen Häusern errichtet werden dürfen. Seither hat sich in der Siedlung mit ihren 19 Wohneinheiten und 45 Einwohnern starker Protest formiert. "Sophie gegen den Wind" nennt sich die Initiative unter Leitung von Stefan Wiese sowie Helge und Inken Jürgensen, die verhindern will, dass das Wohlbefinden der Neu-Sophienhofer der Windkraft geopfert wird.

 

 

Präsenz am Banner der Initiative Sophe gegen den Wind zeigen (von links) Inken Jürgensen, Helge Jürgensen und Stefan Wiese.Foto Butzke

Präsenz am Banner der Initiative Sophe gegen den Wind zeigen (von links) Inken Jürgensen, Helge Jürgensen und Stefan Wiese. Foto Butzke

 

 

Der Abstand von nur 400 Metern ist in der Tat so vorgesehen. In einem Erlass von Innenminister Klaus Schlie über Grundsätze zur Planung von Windkraftanlagen (WKA) vom 4. April 2011 wird ausgeführt, dass für Einzelhäuser und sogenannte Splittersiedlungen im Außenbereich ein Abstand von 400 Metern gilt, während bei Siedlungen und Erholungsgebieten eine Distanz von 800 Metern eingehalten werden muss. "Dort sollen moderne Großanlagen von 150 Meter Höhe und darüber hinaus errichtet werden können", heißt es in dem Erlass. Die Abstände sollen nach Aussage von Schlie auf höchstrichterlicher Rechtsprechung beruhen.


"In anderen Bundesländern sieht es anders aus", sagt Helge Jürgensen, "dort gibt es Mindestabstände von 1.500 Metern, und aktuelle Untersuchungen zeigen, dass man mindestens 2.500 Meter Abstand halten sollte." Jürgensen bezieht sich hierbei auf eine Langzeitstudie von Dr. Nina Pierpont mit dem Titel "Wind Turbine Syndrome", die feststellt: "Der Nachweis, daß WKA in erheblichem Maße niederfrequenten Lärm und – noch schlimmer – Infraschall erzeugen, steht außer Frage. Der klinische Nachweis zeigt eindeutig, daß niederfrequenter Lärm und Infraschall die Gleichgewichtsorgane sowie die Sinneswahrnehmung von Bewegung und räumlichem Denken ernsthaft stören."?"Schon heute gibt es durch die vorhandenen vier Anlagen der 100-Meter-Dimension in Entfernungen von rund 700 Metern zu unserer Wohnlage ernsthafte Belastungen bis hin zu Schlafstörungen", ergänzt Stefan Wiese, "es ist nicht möglich, die optischen und akustischen Immissionen durch Anpflanzungen abzuschirmen, und im Winter verlieren die Bäume ja auch ihr Laub." "Blankes Entsetzen" habe die Einwohner Neu-Sophienhofs angesichts der zu erwartenden zusätzlichen Einschnitte in ihre Gesundheit und Lebensqualität und nicht zuletzt auch in ihre Vermögenslage gepackt, erklären die Initiatoren von "Sophie gegen den Wind".


Die Bürgerinititiative ist fest entschlossen, alles in ihrer Kraft Stehende zu tun, um den Bau der riesigen Windkraftanlagen direkt vor ihrer Haustür zu verhindern. Auf einer Einwohnerversammlung der Gemeinde Fargau-Pratjau haben sie ihren Standpunkt bereits nachdrücklich erläutert. Die nächste Gelegenheit zum öffentlichen Protest bietet sich ihnen auf der Sitzung des Bau- und Wegeausschusses der Gemeinde Fargau-Pratjau am 20. Oktober. Wer die Ziele der Inititiative unterstützen will, kann das auch auf facebook unter „Sophie gegen den Wind“ tun.

 

 
 
 

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