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| Freizeit und Kultur | ||
| Geschrieben von Astrid Schmidt | ||
| Freitag, 23. April 2010 | ||
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Der Nagekäfer hat im Gebälk ganze Arbeit geleistet. Stückweise wird das beschädigte Holz durch neues ersetzt. Foto: Schmidt |
Der erste Bauabschnitt, der die Fürstengruft und das Chorgestühl betrifft, soll bis Juli abgeschlossen sein. Dann werden rund 110.000 Euro verbaut sein. Der Kirchenalltag, soviel versichert der Pastor und Kirchenvorstandsvorsitzender, wird davon nicht berührt. Anders hingegen mit dem zweiten Bauabschnitt. Man sei gerade in einer solchen Sanierungsmaßnahme vor Überraschungen im Bauablauf nicht sicher und habe für die zweite Jahreshälfte keine Trauungen in der St. Katharinen-Kirche angenommen. "Wir wissen nicht, in welchem Zustand die Kirche dann sein wird", so Thoböll. Denn wenn das Hauptschiff angefasst wird, muss die Decke geöffnet werden. Außerdem hat sich gezeigt, dass die hölzerne Wandvertäfelung unterhalb der Kanzel abgenommen und durch eine neue ersetzt werden muss. Was dahinter zum Vorschein komme, sei ebenfalls ungewiss, nennt der Pastor eine Menge "unbekannt".
Derzeit arbeitet man mit Akribie am Austausch der beschädigten Balkenlage über der Fürstengruft. Dort hat der Nagekäfer ganze Arbeit geleistet. Stück für Stück wird das morsche, in Brocken zersetzte Holz ausgewechselt. Auch das Mauerwerk wird stückweise ausgetauscht. Dort, wo der Frost der sogenannten gebrannten Sinterschicht zugesetzt hat, werden die einzelnen Steine durch neue ersetzt. Auch die Fugen werden neu verdichtet. Heute, erklärt der Pastor erfreut, besinne man sich im Bauhandwerk bei der Restaurierung solcher historischen Werte der alten Handwerkstechniken und -materialien.
Ebenfalls auf der Liste der Sanierungsarbeiten stehen die alten Maueranker. Diese werden wieder befestigt und durch neue, dann unsichtbare, ergänzt. Dadurch, so Thoböll, verteile man die Last des Chorgestühls auf eine größere Fläche und nimmt den Druck von den einzelnen Punkten.
Sorgen bereitet dem Pastor die Orgel. Denn die hängt an einem befallenen Balken. "Wir können den schadhaften Balken konservieren und die Orgel links und rechts abstützen oder die Orgel ausbauen und einen neuen Balken einziehen. Beides kostet etwa 30.000 Euro. Doch das Geld haben wir nicht", so Thoböll. Sponsoren sind also dringend gesucht, auch über den Verkauf von Kirchenbänken denke man im Kirchenvorstand nach. Verkauft werden sollen auch die gerade ausgebauten Glockenklöppel und das alte Eichenholzjoch. Wer Interesse daran hat, kann sich an das Kirchenbüro unter der Telefonnummer 04348-9113-3 wenden.





