Stegner: "Ein starkes Stück Sozialdemokratie"
Prominente Gäste konnte am Sonnabendnachmittag des vergangenen Wochenendes der SPD-Ortsverein Prasdorf zur Feier seines 40. Geburtstags im Dörpshus begrüßen – allen voran den SPD-Landesvorsitzenden und SPD-Fraktionschef im Landtag, Dr. Ralf Stegner. Auch die SPD-Kreisvorsitzende Anette Langner überbrachte ihre Glückwünsche, dazu Michael Kaffanke aus der befreundeten Berliner SPD-Abteilung Stadtrand Spandau und nicht zuletzt Marc Breitfelder, der bekannte Mundharmonika-Künstler, der die Veranstaltung mit seinem unnachahmlichen Blues unterlegte.
Aus der Hand des SPD-Landesvorsitzenden Dr. Ralf Stegner (Zweiter von links) und dem Ortsvereinsvorsitzenden Fritz Breitfelder (links) nahmen Christa Gruel (Mitte) und Alfred Schnoor (links daneben) die Auszeichnungen für 40 Jahre SPD-Migliedschaft entgegen. Hans Stark (rechts) erhielt Glückwünsche für 50 Jahre ehrenamtliche Arbeit. Foto Butzke
Vater Fritz Breitfelder leitet den Ortsverein seit 2005. Davor (seit 1972) lösten sich Alfred Schnoor (für 21 Jahre) und Hans Stark (für 12 Jahre) im Vorsitz ab, und als allererster Vorsitzender wirkte Gottlieb Dengeldein, der die Prasdorfer Sozialdemokraten am 26. August 1970 in die Selbständigkeit führte. In den Jahren zuvor waren sie gemeinsam mit den Brodersdorfer, Lutterbeker und Wendtorfer Sozialdemokraten im Ortsverein Stein untergekommen.
Geht man noch weiter zurück, stößt man auf Hans Schnoor, den ersten namentlich genannten Sozialdemokraten in Prasdorf. Er wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges von den Alliierten als Bürgermeister eingesetzt und 1946 auch von der Gemeindevertretung gewählt. "Damals lebten 235 Einheimische und 249 Flüchtlinge in Prasdorf", berichtete Fritz Breitfelder, der die 40 Jahre der Prasdorfer SPD Revue passieren ließ. Er selbst war von 1986 bis 1994 SPD-Bürgermeister, gefolgt von Christa Gruel (1994 bis 2003), deren Wahl zur ersten Bürgermeisterin in der Probstei einiges Aufsehen erregte.
Im Aufsehen-Erregen war die Prasdorfer SPD schon immer groß, so Breitfelder. Zum Beispiel mit der in den 70iger Jahren herausgegebenen streitbaren Informationsschrift "Utblick". "Wir waren damals Jusos und haben noch geübt", stellte er fest, "wir wollten Demokratie nicht nur wagen, sondern auch praktizieren". Die Quittung der Prasdorfer folgt auf den Fuß: 37,8 Prozent (statt zuvor 46,3 Prozent) bei der Kommunalwahl 1978. "Das Schicksal des Utblick ist damit besiegelt", kann man in der SPD-Chronik nachlesen.
Insgesamt habe man immer nach dem Prinzip gehandelt "Erst das Dorf, dann die Partei", betonte Fritz Breitfelder. Die SPD Prasdorf sei stolz auf 40 Jahre beispielhafte Arbeit und auf ihre Leistungen fürs Dorf, die unter anderem 1995 zur Auszeichnung als "Schönstes Dorf" im Lande führten.
Die damals als Bürgermeisterin beteiligte Christa Gruel und der damalige Ortsvereinsvorsitzende Alfred Schnoor erhielten nun aus der Hand von Ralf Stegner die Ehrennadel für 40 Jahre SPD-Zugehörigkeit. In Abwesenheit wurde auch Wilhelm Gruel für vier Jahrzehnte Mitgliedschaft geehrt. Als ein "starkes Stück Sozialdemokratie" lobte der SPD-Landesvorsitzende den Prasdorfer Hans Stark, der vor Kurzem das Bundesverdienstkreuz für über 50 Jahre Ehrenamt in unterschiedlichsten Bereichen erhalten hat.
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