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| Freizeit und Kultur | |||
| Geschrieben von Kay-Christian Heine | |||
| Montag, 28. November 2011 | |||
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Stephan Sulke ganz nah und mit Herz
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Liedermacher und glänzender Geschichtenerzähler: Stephan Sulke begeistert sein Publikum im Lutterbeker mit Herz und Seele. So wie beim Song: Dreihundert Kilo, komm‘ aus dem Kongo. Sulke besingt die Leiden des Gorillas Joe im Zoo. Foto: Heine |
Ein wenig zerknittert wirkt er. Auch an einem Stephan Sulke geht die Zeit nicht spurlos vorbei. Eigentlich ganz gut so. Denn mit jedem Jahr hat er mehr Gelegenheit, das Leben scharf zu beobachten und die Erkenntnisse in Liedgut zu verwandeln. Sulke singt über die "vorbeizischenden Jahre", über gewonnene und wieder zerronnene Liebe, überhaupt immer wieder über Liebe, besonders gern über jene, die alt ist und tief, vertraut und wertvoll wie nichts anderes. "Mit Dir will ich älter werden", heißt es in seinem gleichnamigen Song, "teilen bis zum letzten Tag".
Wie ein Abend am Kamin unter Freunden ist es im ausverkauften "Lutterbeker". "Echt ein süßes Ding hier", sagt Stephan Sulke mit einem Blick durch den Saal. Er mag es, seinem Publikum so nah zu sein. Und umgekehrt genauso. Ein großer und überaus glaubwürdiger Geschichtenerzähler ist er. Grauhaarig, leger im Pullover und entspannt singt er seine Betrachtungen über das Leben und gewährt dabei wohl auch Einblicke in sein eigenes Seelenleben. Das Publikum versteht und fühlt sich verstanden. Das verrät ein Blick in den schwach beleuchteten Saal, wo Paare jeden Alters sich an den Händen halten und aneinanderschmiegen.
"Das sind meine Lieder", sagt eine Mittvierzigerin mit strahlenden Augen, "die habe ich schon mit 15 gehört". Älter geworden sei Sulke zwar. "Aber die feine Stimme und sein Ausdruck sind geblieben." Ein "Netter" sei er, sagt ein anderer Besucher, "ihm kann ich stundenlang zuhören."
Die alten Hits wecken Erinnerungen. An Liebeskummer, Liebesfreude, Liebesschmerz. "Ich hab‘ dich bloß geliebt", "Sie war" und "Ein vergilbtes Stück Papier" gehören hierher. Sulke versinkt in diesen Songs, manchmal ist sein Atem zu hören, verstärkt über das Mikrofon, tief ein, tief aus, wenn er einen Song anspielt auf dem Keyboard. Ach ja – und dann ist da noch das Älterwerden. Es hinterlässt Spuren in der Seele, im Gesicht und in Liedtexten. Humoristisch geht Sulke damit um, wenn er erzählt, dass ihn sein Spiegel bei der morgendlichen Rasur nicht mehr erkennt. Oder nachdenklich, beinahe zynisch in Liedform, wie: "Der alte Herr im fünften Stock ganz links, der immer solche Mühe hat beim Gehn, kann auch mit seiner Brille nicht viel sehn – der gestern in ‘nem Kasten runterkam, und heute schaut der mich im Spiegel an."
Oft werde er gefragt, warum er Lieder mache. "Ganz ehrlich, ich weiß es nicht", gesteht Stephan Sulke. "Aber der nächste Song gibt eine Information", sagt er. Und die klingt so: "Bin der Typ von nebenan, bin kein besondrer Mann, der mal nachts nicht schlafen kann; manchmal da denke ich übers Leben nach und seinen Sinn, denk‘ an das Wie, an das Woher und das Wohin."
| Ihm steht der Spass im Gesicht geschrieben: Stephan Sulke singt den Mann aus Russland. Foto: Heine |






