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Wirtschaft und Politik
Geschrieben von Gabriele Butzke   
Samstag, 19. November 2011

 

Stoltenbergs Bürgerentscheid um Windkraft

Jetzt ist es amtlich: Die Stoltenberger Bürgerinnen und Bürger werden einen Bürgerentscheid durchführen und mit dessen Ergebnis eine Stellungnahme zur Teilfortschreibung des Regionalplans III (Windkraft) abgeben. Das haben die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus beschlossen. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit für diesen Beschluss kam zustande, obwohl Gemeindevertreter Eggert Jung (Unabhängige Wähler Stoltenberg) fehlte, der auf Dienstreise war. Die übrigen acht Stoltenberger Gemeindevertreter stimmten geschlossen für den Bürgerentscheid und überlassen damit der Bevölkerung die Ablehnung oder Zustimmung zu den im Ortsteil Ottenhof auf 60 Hektar Land geplanten Windkraftanlagen.

 

  

Zum Dreh mit dem Fernsehsender SAT1 sind die Neu-Sophienhofer und die Stoltenberger Mitglieder der Bürgerinitiative „Sophie gegen den Wind“ gekommen. Auch Gemeindevertreter und Bürgermeister aus Gemeinden, die sich gegen Windkraft entschieden haben, sind dabei. Foto Butzke

Erneut wird in Stoltenberg zur Wahlurne gebeten. Im August 2009 hatte es schon einmal einen Bürgerentscheid gegeben, bei dem sich 165 der 265 Wahlberechtigten gegen Windkraft ausgesprochen hatten. Da dieser Beschluss nur zwei Jahre Gültigkeit hatte und im August dieses Jahres auslief, ist jetzt alles wieder offen. Auf jeden Fall wird das Ergebnis in die Planungen der Landesbehörde einfließen – und das, obwohl der Abgabetermin für die Stellungnahmen, der 15. November, bereits überschritten ist. Die Landesbehörde hatte (wie berichtet) schriftlich mitgeteilt, das Votum der Stoltenberger noch zu berücksichtigen.


„Die Gemeinde Stoltenberg stimmt einer Ausweisung von Windenergieeignungsflächen im Gemeindegebiet zu – Ja / Nein“ heißt es auf dem Stimmzettel, den die wahlberechtigten Stoltenberger am 15. Januar ausfüllen sollen. Dabei wurde darauf verzichtet, die Ottenhofer Fläche direkt anzusprechen. Statt dessen bezieht man sich auf das gesamte Gemeindegebiet. Der Bürgerentscheid wird wie eine Kommunalwahl organisiert, das heißt, es gibt Wählerlisten, Benachrichtigungen und auch die Möglichkeit, seine Stimme per Briefwahl abzugeben.


Auf den Unterlagen sind je drei Argumente pro oder contra Windkraft aufgeführt. Pro: Nach der von allen gewollten Energiewende sollte auch jeder seinen Beitrag dazu leisten. Moderne Windkraftanlagen sind geräuschärmer und lassen sich bei Schattenwurf ausschalten. Bürger und Gemeinde könnten von der Rendite der Anlagen profitieren. Contra: Es ist zu befürchten, dass zwischen Passade und Krummbek bis zu 20 Anlagen stehen werden und dass das „vorgeschädigte“ Gebiet weiter mit Windrädern bebaut wird. Landesweit und auch im Kreis Plön sind besser geeignete Flächen vorhanden. Menschen leiden unter Lärm und Schattenwurf; Landschaft und Vogelzug werden beeinträchtigt.


Die Gemeinde verzichtet darauf, im Vorfeld einen Informationsabend zu veranstalten. Umso aktiver sind die Bürger selbst. Aus dem Kreis der Zuhörer wurde angekündigt, in der 50. Kalenderwoche Andreas Kunte vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) ins Dorfgemeinschaftshaus einzuladen, um mit ihm über Windkraft zu diskutieren. Die Bürgerinitiative „Sophie gegen den Wind für Stoltenberg“ hat Flyer gedruckt, die derzeit an alle Haushalte in Stoltenberg verteilt werden.

 
 
 

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