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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Gabriele Butzke   
Dienstag, 17. August 2010

Strohfeuer loderte schon viel früher

Die "Probsteier Korntage 2002" standen vor der Tür, als Hans Stark, damals Vorsitzender des Kulturausschusses der Gemeinde Prasdorf, seine Mitbürger zum Strohfiguren-Bauen aufrief. Die Idee dazu hatte er aus dem Bayerischen Wald mitgebracht. "Es hat mir sehr gut gefallen, dass dort überall Strohfiguren an den Ortseingängen standen", erinnert er sich, "so etwas wollte ich für Prasdorf auch gern haben."



Ein Küsschen in Ehren kann das Strohmädchen ihrem Verehrer Hans-Georg Stoltenberg nicht verwehren. Foto: Butzke



Gesagt, getan. An den Prasdorfer Ortseingängen aus Richtung Probsteierhagen und Richtung Lutterbek wurden großköpfige, großäugige, nett lächelnde Figuren aus Stroh aufgestellt, die den Autofahrern und Passanten ein freundliches "Moin, Moin"-Schild entgegen streckten. "Die Figuren hatten ein gelbes Kopftuch um und eine grüne Jacke an", so Hans Stark, "Grün und Gelb sind nämlich unsere Wappenfarben."


Und auf noch etwas machten die Figuren aufmerksam. Am Sonnabend, 3. August 2002, ab 14 Uhr sollten auf dem Prasdorfer Dorfanger "Kunstwerke aus Stroh" gezeigt werden. Da standen sie dann auch – die ersten kunstvollen Strohfiguren der Probstei: eine Sau mit ihren Ferkeln, Pferdchen, Schaf und Häschen, ein Esel und ein Storch, zwei kleine Schildkröten und ein freches Wildschwein. Angetan mit Perlonstrümpfen und Minirock, saß dazu noch ein Strohmädchen auf der Bank an der Boulebahn.


"Wir hatten viele Besucher, und alle waren begeistert", erzählt Hans Stark. Die Kinder fanden es toll, im Strohlabyrinth herumzuklettern und die steile Strohbahn auf der anderen Seite des Labyrinths hinunter zu rutschen. Als Hans Stark es ihnen allerdings bäuchlings nachmachen wollte, verfing sich seine Brille im Stroh, und er schlug sich böse die Nase auf.


"Na ja, so schlimm war’s nicht", sagt er, "aber seit diesem Tag gelte ich als Pate der Strohfiguren." Er wird auch "Strohfiguren-Papst" genannt, und sein Urteil als Mitglied der Jury ist auf den Strohfesten in Stadtroda (wie berichtet) nach wie vor sehr gefragt. Die Bekanntschaft mit den Strohfigurenbauern aus Thüringen hat er gemacht, als die auf Einladung von Pit Dorn vom Tourismusverband Probstei 2005 im Laboer Kurpark ihre Riesenfiguren bauten. Und danach ging’s dann in der ganzen Probstei los mit den Strohfiguren.

 
 
 

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