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Wirtschaft und Politik
Geschrieben von Astrid Schmidt   
Dienstag, 20. Juli 2010

Ulrich Thon im Fokus der Berliner Öffentlichkeit

Die Vorstellung des neuen Werkleiters in Laboe, Ulrich Thon, in der Online-Ausgabe des Probsteier Herold sorgte vor allem in den Medien der Bundeshauptstadt für Aufsehen und war Anlass für empörte Leserbriefe. Insbesondere Äußerungen zu seinem Abgang als Technikchef des Berliner S-Bahn-Betriebes sind Stein des Anstoßes. Wie berichtet, löste ein Radbruch im Mai den Zusammenbruch im S-Bahn-Verkehr aus, was der damalige Technik-Chef Thon mit einem "konstruktiven Mangel" als Ursache und zudem einen "Ost-West-Konflikt" als negativen Begleitumstand erklärt hatte. Dagegen erhebt sich Empörung aus Berlin, wie in Artikeln der "Berliner Morgenpost", der Zeitung "Der Tagesspiegel" und der "Berliner Zeitung" sowie Leserbriefen deutlich wird.

   

Laut Pressemitteilung vom 2. Juli setzt die S-Bahn Berlin auf die Ausweitung von Maßnahmenpaketen bei Kundenservice und Sauberkeit. Dazu zählt unter anderem auch die Wiederinbetriebnahme der Züge der Baureihe 485 (nicht im Bild). Foto: S-Bahn Berlin GmbH
 

Laut Pressemitteilung vom 2. Juli setzt die S-Bahn Berlin auf die Ausweitung von Maßnahmenpaketen bei Kundenservice und Sauberkeit. Dazu zählt unter anderem auch die Wiederinbetriebnahme der Züge der Baureihe 485 (nicht im Bild). Foto: S-Bahn Berlin GmbH

 

So schreibt beispielsweise die Berliner Morgenpost: "Doch Thon hat auch noch ein Mentalitätsproblem als Auslöser des S-Bahn-Desasters ausgemacht. Für den altgedienten S-Bahner Heiner Wegner ist diese Schuld-Zuweisung der ‚Gipfel der Unverschämtheit‘. ‚Da versucht einer, von seiner eigenen Verantwortung abzulenken’, sagt Wegner gegenüber der Berliner Morgenpost. In dem Blatt heißt es weiter: "Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende dürfte mit dieser Meinung nicht allein stehen. Auch der Berliner Fahrgastverband und Verkehrsexperten der Abgeordnetenhaus-Parteien sehen in Thon einen der Hauptverantwortlichen für die bis heute nicht ganz gelösten Probleme in dem einstigen Vorzeige-Unternehmen Berliner S-Bahn."

Berliner Morgenpost: "Beispielloser Sparkurs"

Laut Berliner Morgenpost steht der Name Thon "für einen bis dahin beispiellosen Sparkurs, mit dem das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn auf Gewinn getrimmt werden sollte. Unter Thon wurden nicht nur fast 900 der einst 3.700 Stellen bei der S-Bahn gestrichen, er setzte auch die Schließung von drei Werkstätten und den Abzug der Aufsichten von zahlreichen S-Bahnhöfen durch. Zu Thons ‚Verdiensten‘ gehört auch die Ausmusterung von mehr als 100 Zwei-Wagen-Einheiten der älteren Baureihe 485." Und weiter steht geschrieben: "Als im Sommer vorigen Jahres zahlreiche S-Bahn-Züge wegen fehlender Sicherheitschecks aus dem Verkehr gezogen werden mussten, war keine Fahrzeugreserve mehr da. Ein Großteil der stillgelegten Triebwagen, ... war zuvor verschrottet worden.".

Weiter heißt es in der Morgenpost: "Doch Thons fatalste Sparidee war, die Fristen für die Wartung der S-Bahn-Züge ‚zu spreizen‘. Im Klartext: Die Züge fuhren länger ohne Inspektion und Instandsetzung durch die Stadt als vom Fahrzeug-Hersteller vorgegeben. Selbst als 2006 bei einem Auffahrunfall im Bahnhof Südkreuz 33 Fahrgäste verletzt wurden, ließ der Technik-Chef die Besandungsanlagen der Züge nur alle 14 Tage statt einmal pro Woche überprüfen. Fehlender Bremssand wurde später als wesentliche Ursache für den Unfall ermittelt. Im September 2009 stellten Experten schließlich fest, dass bei S-Bahn-Zügen jahrelang die Bremszylinder nicht vorschriftsmäßig gewartet worden waren. Die Folge: Die für das schnelle Abbremsen, etwa in Gefahrensituationen, wichtigen Bauteile versagten reihenweise ihren Dienst. Nur Glücksumständen, so Verkehrsexperten später, sei es zu verdanken, dass es keine Unfälle gab. Der damalige Technik-Chef Ulrich Thon sieht sich jedoch bis heute für all diese Geschehnisse nicht verantwortlich", schreibt die Zeitung.
   
Die Zeitung in der Zeitung: Der Thon-Artikel vom Probsteier Herold war ein Thema in der Sonnabendausgabe der Berliner Morgenpost. Foto: Berliner Morgenpost
 

Die Zeitung in der Zeitung: Der Thon-Artikel vom Probsteier Herold war ein Thema in der Sonnabendausgabe der Berliner Morgenpost. Foto: Berliner Morgenpost

 

Nickenig verspricht sich viel Beratung von Thon

Und der Tagesspiegel schreibt: "Laboe ist ein hübsches Strandidyll, aber Thon sieht den Ort ... noch nicht da, wo er sein sollte: ‚Wenn man mit einem wachen Auge durch Laboe geht, entdeckt man unheimlich viel Potenzial, das es zu nutzen gilt.‘ Seine einstigen Untergebenen dürften bei solchen Worten erschauern. Denn auch bei der S-Bahn sah Thon unheimlich viel Potenzial. Zu seiner Zeit wurden Züge verschrottet, Wartungsintervalle gestreckt, Prüfdokumente gefälscht, Bremsen nicht mehr repariert und das Eisenbahnbundesamt als Aufsichtsbehörde mit einer falschen Selbstverpflichtung getäuscht."

Weiter schreibt Der Tagesspiegel: "Als das Desaster da war (und Thon frisch zu DB Regio nach Frankfurt am Main gewechselt), berichteten S-Bahner, dass insbesondere Thon das Betriebsklima vergiftet und kritische Kollegen massiv eingeschüchtert habe. Zwar hat die Staatsanwaltschaft gerade ihre Ermittlungen eingestellt, weil den Ex-Chefs keine Straftat nachzuweisen ist, aber wie berichtet prüft die Bahn weiter, ob sie die Verantwortlichen in Haftung nehmen kann."

"Der Tagesspiegel" zitiert auch die Kommunalchefin: "Karin Nickenig (CDU), die ehrenamtliche Bürgermeisterin von Laboe, sagt, sie habe Thon bisher als ‚kompetenten, durchsetzungsfähigen Menschen‘ erlebt, von dem sie sich ‚viel Beratung‘ verspreche. Fragen nach der Vorgeschichte ihres neuen Werkleiters findet sie despektierlich, spricht gar von einem ‚Kesseltreiben‘ durch die Berliner Medien. Auch Thon hatte seinen Abschied aus dem DB-Konzern in einer schriftlichen Mitteilung im März als ‚persönliche Antwort auf die permanente Medienkampagne gegen seine Person‘ bezeichnet", schreibt "Der Tagesspiegel" weiter.

"In Laboe gibt es eine andere Situation"

In Laboe dürfte man über diesen Rummel um den neuen Werkleiter nicht erfreut sein. Lenkt er doch von der eigentlichen Aufgabe in Laboe ab. Die Gemeinde wartet schließlich seit Monaten darauf, dass der Profi das finanzielle Ruder herumreißt und stattet ihn mit einem klaren Auftrag aus: "Die Kostenstruktur ist zu verbessern", hatte die Bürgermeisterin erneut betont. Auch Zahlen fielen bereits in verschiedenen Sitzungen: Rund 150.000 Euro Einsparungen erwartet man beispielsweise im Bereich der Schwimmhalle, die derzeit fast eine halbe Million Euro Unterschuss erwirtschaftet. Doch für Ulrich Thon ist "die Situation in Laboe eine andere als in der Berliner S-Bahn". Er hatte vermutlich geahnt, was sein erster öffentlicher Auftritt an seiner neuen Wirkungsstätte in der Berliner Medienwelt auslösen würde und angesichts seiner Erfahrungen in der Vergangenheit bereits einen Wunsch formuliert: "Gebt dem Neuen eine Chance."
 
 
 

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Laboe

Hier lässt es sich Leben: das Ostseebad Laboe besitzt alles, was das Herz begehrt

Laboe - ein malerischer Traum an der Kieler Förde

Das Ostseebad Laboe mit cirka 6.000 Einwohnern liegt malerisch am Ausgang der Kieler Förde. Laboe wurde urkundlich erstmals 1240 erwähnt, der Name, ehemals "Lubodne", stammt aus dem slawischen, was soviel wie "Schwanenort" bedeutet. Dieser anmutige Großvogel ist denn auch das Wappentier Laboes. Laboe ist durch zwei verschiedene Teile mit unterschiedlichem Charme und Charakter geprägt, das Ober- und das Unterdorf. Im Unterdorf liegt der malerische Hafen mit Platz für rund 700 Boote. Der Tourismus ist eine Haupteinnahme- quelle der Gemeinde: jährlich über 350.000 Tagesgäste und 50.000 Übernachtungen. Unübersehbar ist in Laboe das Marineehrenmal für die gefallenen Seeleute beider Weltkriege; davor liegt ein altes U-Boot (die U995) vom Typ VII C am Strand.


Karin Nickenig



 




Bürgermeisterin

Karin Nickenig
04343-6244

Gemeindewehrführer
Kurt Jahn
04343-421800 

Internet
www.laboe.de

 
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