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| Freizeit und Kultur | ||
| Geschrieben von Brigitte Lederich | ||
| Dienstag, 09. August 2011 | ||
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Unterwegs mit Korn und zwei PS
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Interessantes erfahren die Fahrgäste bei den Erläuterungen rund um das Wesen der Probstei. Foto: Lederich |
Während "Reisebegleiter" Horst Klindt, Landwirt aus Wisch, sich mit Anschauungsmaterial ausstattete, traf die Kornprinzessin Sarah-Christin Trede auf dem Hof ein. "Die Kutschfahrt habe ich noch nie mitgemacht", sagte die junge Majestät, "ich freue mich schon sehr darauf". Premiere sollte an diesem Tag die neu eingerichtete Technik des sachkundigen Führers haben. "In der einen Kutsche halte ich den Vortrag und in beiden Kutschen soll es dann zu hören sein", erläuterte Horst Klindt. Doch die Anlage streikte. Bis Fahrgast Ralf Hasenack aus Bocholt sich, unter bekräfigendem Zureden aller Fahrgäste, der Technik annahm und sie zum Laufen brachte. Bravo-Rufe der Mitreisenden waren dem Münsterländer Lkw-Mechaniker sicher.
Auf der gut einstündigen Kutschfahrt durch die Felder und Wiesen in und um Wisch herum gab der moderierende Landwirt mit viel Witz und kompetentem Wissen den Besuchern Einblicke in die Historie der Probsteier Region und erläuterte Interessantes rund um die hiesige Landwirtschaft. Dass die Salzwiesen so heißen, weil sie ehemals ständig von der Ostsee überflutet wurden, dass Wisch 1820 den ersten Deich in der Region baute und dass die Probstei sich über ein Gebiet von zirka 14.000 Hektar erstreckt. Hervor hob Klindt auch die Bedeutsamkeit der schönen Probsteier Tracht. "Sie hat für uns eine besondere Bedeutung und ist sozusagen der Rest der eigenständigen Kultur, die wir über Jahrhunderte durch unseren Wohlstand und unsere Freiheit entwickeln konnten", betonte er.
Anhand von Ährensträußchen wurden den Gästen die unterschiedlichen Getreidearten erläutert, für die Kinder gab es süße Cerealien und für die Erwachsenen einen Korn. "Eine zünftige Kutschfahrt", urteilte Monika Sandner, eine aus München stammende Urlauberin. Letztlich wollte ein Fahrgast noch wissen, wie es mit der Erbfolge bestellt sei. "Hier zählt noch das Jüngstenrecht", erläuterte Klindt, "ob Junge oder Mädchen, liegt kein Testament vor, erbt stets das jüngste Kind des Landwirts". Recht gut gelaunt kam die Gesellschaft wieder auf dem Gellhorn-Hof an. Den Gästen hat es nach allgemeiner Aussage gut gefallen. "Eine sehr schöne, erquickliche Kutschfahrt", resümierte zufrieden eine Urlauberin aus Berlin.
Im Rahmen der Probsteier Korntage finden Kutschfahrten mit fachkundiger Begleitung vom Ferienhof Gellhorn in Wisch noch am Mittwoch, den 10. August und 17. August jeweils um 16 Uhr statt.





