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| Freizeit und Kultur | ||
| Geschrieben von Astrid Schmidt | ||
| Sonntag, 13. November 2011 | ||
Werner Thaidigsmann zeigt maritime Ölbilder"Nich blots de Schoolmeister schoolmeistern" – so lautete der Titel des vergnüglichen Abends in der Reihe "Plattdütsch in uns Kark". Zu dem hatte Joachim Schuldt in die Anker-Gottes-Kirche eingeladen und konnte sich, wie in den Vorjahren auch, über ein volles Haus freuen. Begleitet wurde der Plattschnacker von der Gruppe "D’accord" mit Tanja Zimmer aus Brodersdorf. Der Eintritt war frei, aber die Zuhörer zeigten sich spendenfreudig: 1.200 Euro kamen zusammen für das Projekt "Kirche hilft helfen".
Es sind noch zehn Minuten, bis die Veranstaltung beginnt. Dennoch ist die Anker-Gotteskirche zu Laboe bereits bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Zuhörer sind gespannt auf die plattdeutschen Betrachtungen des Joachim Schuldt, der für seine spitze Zunge, seinen Humor und seinen Hintersinn bekannt ist und die Gelegenheit nutzt, den Mitmenschen mit all ihren Macken, und nicht zuletzt sich selbst, den Spiegel vorzuhalten. Und das tut er auch an diesem Abend. Als er, wie gewohnt, in ausgefallenem Hemd, ans Mikro tritt, erzählt er erst einmal von sich selbst, schlägt den Bogen von der eigenen Kindheit und der Karriere als "Rübenpicker", so mancher konnte sich wohl an sich selbst erinnern, bis hin zum Jugenddasein in Laboe. Der rote Faden durch’s Programm sind die gut gemeinten Ratschläge, die ihn in allen Lebenslagen begleiten. Doch manche, so betont Schuldt, erweisen sich auch als hilfreich. Beispielsweise auch die "goden" Ratschläge von Ehefrau Sabine. Ohne die, so Schuldt, wäre er heute, nach über 40 Ehejahren, ziemlich verloren.
Doch woher kommt nun diese Manier, sich immer dickezutun, alles besser zu wissen, ständig auf die Tonne hauen zu müssen, vor allem bei "uns Mannslüd"? Das ist reine Angst, meint Schuldt. Reine Angst, nicht zu können, wenn sie endlich mal können. Auch gibt Mann Schwächen nicht gern zu. Schuldt plaudert munter aus dem eigenen Alltag, wie beispielsweise über die Sache mit E-Bike: So ein "Oma-Rad" brauch ich nicht, ich brauch keine Hilfe, ich bin jung und gesund, fahre ein sportives Rad mit Stange. Bis er mit Ehefrau Sabine den kleinen Anstieg nach Neustein fährt und man merkt: Mensch, ich bin aus der Puste und Sabine quasselt munter drauf los und ist schon 15 Meter vor mir. "Jetzt hab ich auch so‘n Ding, jetzt ist das kein Oma-Rad mehr, sondern ein Produkt neuester technischer Entwicklung", so Schuldt und alles lacht. Denn vieles kommt den Zuhörern im Saal bekannt vor, vieles lässt sich wiedererkennen, ist selbst schon mal erlebt, an sich oder dem anderen und der eine oder andere fühlt sich schon mal ertappt. |
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