Wie mache ich mein Huhn glücklich?
Schon Wilhelm Busch wusste um die Vorzüge der Hühnerhaltung, betonte er doch bei Max und Moritz "mancher gibt sich viele Müh mit dem lieben Federvieh". "Hühner selber halten – wie geht das" hieß das Seminar, das am vorvergangenen Sonnabend 30 Teilnehmer auf dem Angus-Hof der Familie Stoltenberg-Frick besuchten, um sich unter der fachlichen Leitung von Diplom-Agraringenieurin Regina Jaeger grundsätzliches Wissen über die artgerechte Haltung des Federviehs anzueignen.
Extra aus Niedersachsen angereist ist Heidi Bade-Schwawuski, um an dem Seminar über Hühnerhaltung teilzunehmen. Foto: Lederich
Es war ein ordentliches Paket an Informationen, das die Dozentin für die Anwesenden parat hatte und das sie Stück für Stück in der gut dreistündigen Veranstaltung den Interessierten nahe brachte. Eingangs erörterte Regina Jaeger mit den Anwesenden die unterschiedlichen Gründe für die Entscheidung, sich eine eigene kleine Hühnerschar zu halten, bevor Fragen rund um die Bedürfnisse des Federviehs auf dem Programm standen. Grundlage hierbei war die artgerechte Haltung der Tiere, eine gute Vorplanung ist hier vonnöten. Die Teilnehmer erfuhren Wissenswertes über die Mindestanforderungen an Platzbedarf in Stall und Auslauf, an Ernährung, Pflege und Kosten der Hühnerhaltung. So braucht ein Huhn mindestens zehn Quadratmeter Auslauf, im Stall reicht ein Quadratmeter Bodenfläche für vier Tiere, hier sollten dann Schlafstangen und Nester zur Verfügung stehen. Mit praktischen Tipps zum Bau von Stall und Nest sowie unter anderem zur Sicherung des Auslaufs ergänzte die Dozentin die lebhafte Veranstaltung.
Bei der Besichtigung des Freigeheges und des Hühnerstalls auf dem Hofgelände diskutierten die Teilnehmer angeregt über ihre eigenen Vorstellungen in Sachen Hühnerhaltung und Regina Jaeger informierte über spezielle Gewohnheiten der Tiere. Das Eierlegen war ein besonderes Thema, braucht ein Huhn doch, laut Dozentin, ein ansprechendes Nest, um nicht nur dem Trieb des Eierlegens zu frönen, sondern auch gute Bedingungen vorzufinden. Dies fördere ein zufriedenes Hühnerleben. Zwar sei die Haltung des fleißigen Federviehs mit etwas Aufwand verbunden, doch Hühner danken dies dem Halter nicht nur mit dem täglichen taufrischen Frühstücksei. Am Beispiel des Haushuhns könne gut aufgezeigt werden, dass Nutztiere durchaus auch liebenswert seien, Persönlichkeiten ausbilden und Beziehungen zu "ihrem" Menschen pflegen können. Hühner seien Individualisten. Der Beobachter könne Unterschiede im Verhalten der Tiere feststellen, die verblüffen. Zum einen gehe nicht etwa ein Huhn nach dem anderen in den Stall, dies geschehe vielmehr willkürlich. Wenn Hühner ihren Weg ins Innere ihrer Burg antreten, wird Platz neben "Freunden" gesucht, manchmal dabei auch ordentlich gedrängelt. Auch die Wahl des Nestes erfolgt sozusagen nach "Lust und Laune". Wenn’s beim Huhn "pressiert", geht’s ab ins Legerevier und Platz wird auf einem ansprechenden freien Nest genommen, die gelungene Ei-Ablage wird vom Huhn lautstark kundgetan. "Oh, die machen ja einen Krach", sagt Heidi Bade-Schwawuski lachend. Um an dem Seminar teilzunehmen, hat die junge Frau aus Niedersachsen mit ihrer Familie extra ein Ferienappartement auf dem Angus-Hof gebucht. "Ich habe den Gutschein für das Seminar von meiner Freundin zum Geburtstag erhalten, sie ist jetzt auch mit ihrer Familie angereist", erzählt sie. "Meine Freundin hat schon Hühner und ich möchte auch gerne welche halten." Teilnehmer aus Kiel, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern waren am Sonnabend dabei, manche waren bereits Hühnerbesitzer und interessierten sich dafür, ob sie auch alles richtig machen. So geht es auch Karen Stubbe aus Selent. "Ich wollte noch ergänzende Infos, meinen Hühnern soll es echt gut gehen", betont sie und ist zufrieden, denn es waren nach ihren Worten "so viele wertvolle Tipps dabei".
Das nächste Seminar findet am Freitag, 18. März, ab 14 Uhr auf dem Angus-Hof in Stakendorf statt, Teilnehmergebühr zehn Euro. Anmeldungen per E-Mail unter
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oder unter info@angus-hof-de.
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