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| Wirtschaft und Politik | |
| Geschrieben von Gabriele Butzke | |
| Samstag, 29. Oktober 2011 | |
Windpark: Zwei Gemeinden preschen vorEs war der Abend der alternativen Energien und ihrer Vorteile. Auf Einladung von Bürgermeister Ingo F. Lage waren am Montagabend Vertreter der Stadtwerke Kiel und der rheinland-pfälzischen "Juwi"-Gruppe, die das Joint-Venture "24|sieben Nordwatt" gegründet haben, zu Gast im Bendfelder Dorfgemeinschaftshaus. Die vier Windkraft-Fachleute informierten die Bendfelder Bürger über die Möglichkeiten für einen Windpark, an dem sich die Gemeinden Stakendorf (drei Anlagen) und Bendfeld (zwei Anlagen) beteiligen könnten. Wie berichtet, liebäugelt Bendfeld mit diesem Projekt, obwohl noch bis Mitte März 2012 die mit dem Bürgerentscheid getroffene Abmachung geltend ist, auf Bendfelder Gebiet keine Windkraftanlagen zu bauen.
Bastian Kremin, Britt Wittmann, Bernhard Urich und Markus Jungmann (v.li.) vom Joint-Venture 24|sieben Nordwatt werben für den Windpark. Foto: Butzke Die Wirtschaftlichkeit dieser fünf Anlagen des Windparks steht außer Frage. Jede soll rund 150 Meter hoch sein (bei höheren Abmessungen erhebt die zivile Flugsicherung Einspruch, wurde gesagt) und einen Rotordurchmesser von 100 Metern haben. Jede hätte eine Leistung von 3,4 bis 3,5 Megawatt und könnte im Jahr 9,5 Mio Kilowattstunden Strom erzeugen – genug, um den Strombedarf von 2.550 Haushalten zu decken. Das wären 12.750 Haushalte, wenn alle fünf Anlagen ans Netz gehen – beinahe genug für die gesamte Probstei mit ihren rund 15.000 Haushalten. Um das geschätzte Acht-Millionen-Euro-Projekt für Bendfeld und seine Bürger zu wuppen, sind Finanzierungsmodelle wie Energiesparbürgerbriefe oder ein Genossenschaftsmodell möglich. Die Genossenschaft könnte in eine von der "24|sieben Nordwatt" zu gründende GmbH & Co. KG hineingehen. "Bürgerstrom" heißt das Schlagwort, "Bürgerwindkraft" die Vision, die Bürgermeister Ingo F. Lage im Blickfeld hat. Während die rund 30 anwesenden Bendfelder Bürger, unter die sich auch Vertreter von Neu-Sophienhof und Stoltenberg gemischt hatten, recht zurückhaltend reagierten und auch keine Meinungsbekundung abgaben, warb Dirk Rave, Bürgermeister der Gemeinde Stakendorf, nachdrücklich für das Projekt. "Atomkraft ist nicht zu beherrschen, aber seinen Lebensstandard herunterschrauben will auch niemand", führte er aus und verwies darauf, dass sich die Stakendorfer Bürger bereits vor zwei Jahren für die Windkraft ausgesprochen hätten. "Wir können nur sehen, dass wir das anpacken", meinte er. Bendfelds Bürgermeister betonte aber auch, dass das Projekt "nur mit den Menschen der Region" zu machen sei. Und: "Es geht nur, wenn wir auch etwas davon haben." Es sei ein "fließender Prozess", der sich jetzt entwickele, so Ingo F. Lage, der darauf hofft, dass das Stakendorf/Bendfelder Gebiet mit in den Regionalplan III aufgenommen wird. Davor steht allerdings noch das Hindernis, dass der Bereich in dem vier Kilometer breiten Gürtel liegt, den die Landesplanung als "charakteristische Landschaft" bewertet und daher für besonders schützenswert hält. Wenn Stakendorf und Bendfeld zum Zuge kommen wollen, müsste hier eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden. |
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