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| Freizeit und Kultur | ||
| Geschrieben von Brigitte Lederich | ||
| Mittwoch, 13. Juli 2011 | ||
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Wischer Dorfkrug wird von Ewa Franke saniert
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Der Dorfkrug in Wisch war 150 Jahre lang in Familienbesitz er Familie Ewoldt/Levermann. Foto: Lederich |
"Ich möchte überall Fliesen verlegen", meint Ewa Franke, "die Farbgebung soll gemütlich sein, im Stil ein bisschen wie früher eben, passend zum Gebäude". Da hat die Eigentümerin bereits genaue Vorstellungen. Auch die Theoderlüüd sollen wieder üben können, es wird extra ein Raum zum Umkleiden hergerichtet. Noch ist alles marode. Auf über 170 Quadratmeter Fläche sollen Gasträume, Küche, Toiletten und diverse Nebenräume saniert und neu herausgeputzt werden.
Die Arbeiten werden vollständig von der Familie Franke ausgeführt. Vor allem Roman, der Ehemann der Eigentümerin, wird als Bauexperte die meisten Gewerke selbst in Angriff nehmen, außerdem helfen, laut Ewa Franke, auch der Sohn und Schwiegersohn mit. "Wir machen alles alleine", betont die Mutter von vier Kindern, "und alles mit unserem Geld, ohne Kredit". Was ihr besonders an diesem Haus liegt, fragt der PH. "Es hat so viel Charme, finde ich, und ich möchte den Dorfkrug für den Ort erhalten, das ist mein Wunsch und Ziel". Die gebürtige Polin möchte bereits Ende August mit allen Arbeiten durch sein. Ihren Bereich im Dorfkrug sieht sie in der Küche. "Das ist mein Fachgebiet", sagt sie und ergänzt, "hinter dem Tresen steht dann meine Tochter Romana. "Wir möchten das Haus so erhalten, wie es war", sagt die aktive Frau, "und ich hoffe es geht alles gut". Eine wahre Chance für den rustikalen und auch sehr lieblich wirkenden historischen Dorfkrug, bald wieder ein beliebter Anziehungspunkt in der Gemeinde Wisch zu sein.
Über 150 Jahre lang war der Wischer Dorfkrug, als ein Mittelpunkt des Ortes, in Familienbesitz. Er wurde in dieser Zeit vom Vater an die Enkelin und von dieser an die Tochter weitergegeben. Eben eine Wirtsfamilie mit Leib und Seele. Allein Peter Ewoldt, bewirtschaftete den Krug, dessen Führung er 1888 übernahm, über 50 Jahre lang, stand auch mit 90 Jahren noch hinter dem Tresen. Es geht die Erzählung in Wisch um, in den Kriegsjahren, als Bomben über Wisch abgeworfen wurden, hätte sich der wackere Wirtsmann geweigert, einen Schutzraum aufzusuchen. "Er wollte genau sehen, wo die Geschosse runtergehen und hatte seinen Krug dabei immer im Blick", erzählt Bürgermeister Heinz Lamp.
Nach dem Krieg übernahm dann die Enkelin, Anita Levermann, den Krug, denn die Söhne von Peter Ewoldt suchten ihr Glück in Amerika. Jahrzehnte später stand mit Antje Levermann dann die Tochter von Anita hinter dem Tresen und führte erfolgreich den Krug. Seit November 2010, nach dem Tode der aktiven und beliebten Wirtin war das Haus verwaist. Die Sorge der Dorfbewohner war groß. Was wird nun aus dem Krug werden? Keine Gaststätte im Ort mehr zu haben, war für die Einheimische ein herber Verlust und gleichzeitig eine Abwertung des Ortes für die Touristen. Gerne hätte die Gemeinde das Haus übernommen, aber die umfangreichen Sanierungsarbeiten hätten die Kasse gesprengt. Nun hat sich mit Ewa Franke eine Ortsbewohnerin des historischen Gebäudes angenommen.





