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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Brigitte Lederich   
Mittwoch, 13. Juli 2011

Wischer Dorfkrug wird von Ewa Franke saniert

Seit dem 1. Juli ist es amtlich: der traditionelle Wischer Dorfkrug soll erhalten bleiben. Ewa Franke, seit 21 Jahren Einwohnerin der Gemeinde, hat das Gebäude von der Erbengemeinschaft gekauft und möchte daraus wieder ein Gasthaus machen. Doch da ist zunächst einmal Reparaturbedarf. "Das Haus muss komplett saniert werden", sagt die neue Besitzerin. Und mit komplett meint sie dann auch komplett. Ein neues Dach, sprich ein neues Reetdach wird in Angriff genommen und natürlich auch in den Innenräumen muss alles neu, ob nun Stromleitungen, Sanitäranlagen oder Bodenbeläge. Bis zur Wiedereröffnung ist noch viel zu tun.

 

Der Dorfkrug in Wisch war 150 Jahre lang in Familienbesitz er Familie Ewoldt/Levermann. Foto: Lederich

Der Dorfkrug in Wisch war 150 Jahre lang in Familienbesitz er Familie Ewoldt/Levermann. Foto: Lederich

 

"Ich möchte überall Fliesen verlegen", meint Ewa Franke, "die Farbgebung soll gemütlich sein, im Stil ein bisschen wie früher eben, passend zum Gebäude". Da hat die Eigentümerin bereits genaue Vorstellungen. Auch die Theoderlüüd sollen wieder üben können, es wird extra ein Raum zum Umkleiden hergerichtet. Noch ist alles marode. Auf über 170 Quadratmeter Fläche sollen Gasträume, Küche, Toiletten und diverse Nebenräume saniert und neu herausgeputzt werden.


Die Arbeiten werden vollständig von der Familie Franke ausgeführt. Vor allem Roman, der Ehemann der Eigentümerin, wird als Bauexperte die meisten Gewerke selbst in Angriff nehmen, außerdem helfen, laut Ewa Franke, auch der Sohn und Schwiegersohn mit. "Wir machen alles alleine", betont die Mutter von vier Kindern, "und alles mit unserem Geld, ohne Kredit". Was ihr besonders an diesem Haus liegt, fragt der PH. "Es hat so viel Charme, finde ich, und ich möchte den Dorfkrug für den Ort erhalten, das ist mein Wunsch und Ziel". Die gebürtige Polin möchte bereits Ende August mit allen Arbeiten durch sein. Ihren Bereich im Dorfkrug sieht sie in der Küche. "Das ist mein Fachgebiet", sagt sie und ergänzt, "hinter dem Tresen steht dann meine Tochter Romana. "Wir möchten das Haus so erhalten, wie es war", sagt die aktive Frau, "und ich hoffe es geht alles gut". Eine wahre Chance für den rustikalen und auch sehr lieblich wirkenden historischen Dorfkrug, bald wieder ein beliebter Anziehungspunkt in der Gemeinde Wisch zu sein.


Über 150 Jahre lang war der Wischer Dorfkrug, als ein Mittelpunkt des Ortes, in Familienbesitz. Er wurde in dieser Zeit vom Vater an die Enkelin und von dieser an die Tochter weitergegeben. Eben eine Wirtsfamilie mit Leib und Seele. Allein Peter Ewoldt, bewirtschaftete den Krug, dessen Führung er 1888 übernahm, über 50 Jahre lang, stand auch mit 90 Jahren noch hinter dem Tresen. Es geht die Erzählung in Wisch um, in den Kriegsjahren, als Bomben über Wisch abgeworfen wurden, hätte sich der wackere Wirtsmann geweigert, einen Schutzraum aufzusuchen. "Er wollte genau sehen, wo die Geschosse runtergehen und hatte seinen Krug dabei immer im Blick", erzählt Bürgermeister Heinz Lamp.


Nach dem Krieg übernahm dann die Enkelin, Anita Levermann, den Krug, denn die Söhne von Peter Ewoldt suchten ihr Glück in Amerika. Jahrzehnte später stand mit Antje Levermann dann die Tochter von Anita hinter dem Tresen und führte erfolgreich den Krug. Seit November 2010, nach dem Tode der aktiven und beliebten Wirtin war das Haus verwaist. Die Sorge der Dorfbewohner war groß. Was wird nun aus dem Krug werden? Keine Gaststätte im Ort mehr zu haben, war für die Einheimische ein herber Verlust und gleichzeitig eine Abwertung des Ortes für die Touristen. Gerne hätte die Gemeinde das Haus übernommen, aber die umfangreichen Sanierungsarbeiten hätten die Kasse gesprengt. Nun hat sich mit Ewa Franke eine Ortsbewohnerin des historischen Gebäudes angenommen.

 
 
 

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Weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt: die Wischer Schmiede

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1286 gilt als Gründungsjahr des Dorfes Wisch in jetziger Lage. Der Ostseedeich mit 4,5 Meter Höhe schützt seit 1986 das Strandgebiet Heidkate und die tiefliegenden Acker- und Wiesenflächen zwischen Strand und Dorf. Der 3,7 Kilometer lange Wischer Naturstrand ist Anziehungspunkt für viele Badegäste und Surfer. Ein Naturparkplatz für Tagesgäste, der Campingplatz Heidkoppel mit 700 Stellplätzen und 550 Wochenendhäuser bieten Erlebnis an der Ostsee. In Wisch wohnen rund 750 Einwohner, im Sommer kommen viele Gäste dorthin. Gut ausgeschilderte Rundwege führen Wanderer, Radfahrer und Reiter durch Salzwiesen und Knicklandschaft in die 920 Hektar große Gemeinde.

Heinz Lamp
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Heinz Lamp
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04344-9358

 
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